China und Russland kaufen Gold – steigt jetzt der Goldpreis?

Blogbeitrag

Abgesehen von der Türkei, die zur Stützung ihrer Währung in den letzten Monaten

152 Tonnen Gold verkauft hat, haben in den vergangenen zwei Jahren die wichtigsten

Zentralbanken kein Gold mehr verkauft.

Im Gegenteil, in 2015 und 2016 haben die 20 wichtigsten Zentralbanken mit den größten

Goldreserven ihre Bestände um über 1.100 Tonnen aufgestockt.

Auch die Zentralbanken von Russland und China sind dabei, ihre Währungsreserven durch

Goldkäufe zu diversifizieren. Und das könnte für den weltweiten Goldhandel erhebliche Auswirkungen

haben.

Die großen Zentralbanken halten ungefähr 30 % ihrer Devisenbestände in Gold, China dagegen nur 2,5 %

und Russland sogar noch weniger als 2 %. Wenn China jetzt nur auf einen Anteil von 20 % kommen wollte,

müsste die chinesische Zentralbank in den nächsten Jahren ca. 17.000 Tonnen Gold kaufen.

Das ist natürlich illusorisch. Daher kaufen beide Länder das Gold nicht ausschliesslich auf dem Weltmarkt, sondern kaufen es

einheimischen Minen direkt nach der Produktion ab. Trotzdem wird hierdurch natürlich der Goldpreis

beeinflusst, da dieses Gold ja gar nicht erst auf den Weltmarkt gelangt.

Außerdem kaufen auch Chinas Bürger weiterhin Gold in großem Umfang. Allein im ersten Quartal dieses Jahres

kauften chinesische Anleger 282 Tonnen Gold, im Quartal davor waren es 286 Tonnen.

Chinesischen Experten zufolge ist dies Ausdruck des Wunsches der Anleger, ihr Vermögen abzusichern und über

Immobilien und Aktien hinaus zu diversifizieren.

Unsere Einschätzung : der Goldpreis wird jetzt nicht kurzfristig „durch die Decke gehen“.

Die große Nachfrage sichert den Goldpreis aber nach unten ab und mittelfristig sollten wir wieder

einen steigenden Goldpreis sehen.